Dienstag, 6. März 2007

Dokumentation in der IT - macht anscheiend niemand ?!

Ja ich weiß das ist nicht das Lieblingskind von allen die sich in der Branche tummeln, erst heute war ich bei einem neuen Kunden von mir der eigentlich eine kleine Standardkonfiguration hat:

4 PC´s (kein Server, einer der PC´s läuft sozusagen als "Server" und stellt das ein oder andere Share zur Verfügung)
alle PC´s laufen mit XP, das Backup läuft so "irgendwie" mit Acronis TrueImage 9.0 (auf jedem Rechner) mehr schlecht als recht, bzw. am "Server" mit einer USBDISK. Jeder PC hat ein POP3-Konto und holt seine Emails per Outlook POP3 ab und versendet diese auch, und auf der Domain gibt es auch eine Webseite. Die PC´s sind per Switch verkabelt und geben über einen Teledat Router von T-Com per DSL ins Netz
==> Also nichts Dramatisches, aber jetzt kommt´s.
  • Es gibt überhaupt keine Doku, weder wie die Webseite verwaltet wird (Login), noch einen Login um die POP3-Konten zu verwalten.
  • Das DSL-T-Online Login und das Router-Passwort sind irgendwie wild ins Router-Handbuch "gekrizelt", und können nur erraten werden.
  • Die Acronis-Sicherung meldet schon seit 3 Monaten Fehler auf die niemand reagiert (die Sicherung läuft auf die USB-Disk, und es gibt nur eine Generation der Sicherung -wie toll). Außerdem sind natürlich nur ein paar Verzeichnisse in die Sicherung aufgenommen. Neu angelegte Verzeichnisse werden natürlich damit nicht automatisch mitgesichert.
  • Natürlich steht die USB-Disk in unmittelbarer Nähe zum "Server" - also kein Problem wenn mal was mit dem "Server" passiert wird es die USB-Disk sicher überleben!
  • Keine Dokumentation über Rechnernamen, IP-Adressen der PC´s, Drucker usw. (das ist nicht schlimm - aber hey was soll das ?!)
  • Supekomplizierte Partitionierung der Rechner (1 Platte - 4 Partition, eine System-Partition, eine Daten-Partition, eine Backup-Partition ?! - und eine Factory-Recovery-Partition). Acronis sichert natürlich irgendwelche Daten in die Backup-Partition - da liegen schon gute 50 - 60 Datensicherungen. Das geht wahrscheinlich solange gut bis die Platte voll ist. Auch ist es natürlich toll eine Sicherung sozsuagen "auf sich selbst zu machen".

Und die Installation der Rechner, Verkabelung des Netzwerkes, Installation DSL usw. hat eine eingetragene, offizielle EDV-Firma gemacht ?! - da frage ich mich was das soll ? - Mir ist schon klar das eine Doku von den Inhaber nicht "verstanden" wird, aber woe soll sich jemals wieder jemand in diesem Verhau auskennen ?
Ich brauche schon Stunden den EDV-Menschen dieser Firma ans Telefon zu bekommen, und mit Ihm die Passwörter "durchzuraten", manche bleiben wohl für immer verschollen (DSL-Login), bzw. andere müssen neu vergeben werden (POP3-Passwörter - weil sich die niemand notiert hat)
Es wird mich wahrscheinlich nochmals Stunden kosten die Backup-Strategie von dem Menschen zu verstehen und "zu Ende zu denken".

Daher die allgemeine Frage: Ist es zuviel verlangt von den Firmen am Ende eines solchen Ersausrüstung-Projektes (Installation eines Netzwerkes) eine Doku zu verlangen, sodaß sich damit ein anderer Mensch auf Anhieb zurechtfindet, und somit die "Wartung" des Netzes übernehmen kann ?

Fragen über Fragen...

Ich gehe immer so vor, das ich alle Logins aufschreibe, ausdrucke und in einen EDV-Ordner ablege, da gehönren natürlich auch die Zugangsdaten für das DSL rein, eine Beschreibung der Backup-Strategie, LizenzCodes der Software usw. usw. - damit das jederzeit jemand anders übernehmen kann, wenn die Auftraggeber nicht mehr mit mir zufrieden sind - komischerweise ist das aber noch nie der Fall gegeben, d.h. entweder bin ich konkurrenzlos günstig (das sollte mir zu denken geben !) oder die Auftraggeber sind mit der Arbeit die ich abliefere einfach zufrieden.

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