Sonntag, 23. März 2014

Raspberry Pi in Betrieb nehmen

Nachdem mein Raspberry Pi hier angekommen war ging es als Erste daran, die SD-Karte mit einem Betriebssystem zu füllen, damit ich das Ding auch mal booten kann.

Erste Anlaufstelle sollte http://www.raspberrypi.org/ sein. Unter Downloads (http://www.raspberrypi.org/downloads findet man ein aktuelles Image - ich habe mich für Raspbian entschieden und hier die aktuelle Version 3.1 vom 07.01.2014 downgeloadet. Das File ist knapp 800 MB groß, entpackt dann ca. 2,9 GB. Um das Image auf die SD-Karte zu packen habe ich an die Empfehlung gehalten und mich für den "Win32 Disk Imager" entschieden:  http://sourceforge.net/projects/win32diskimager/

OK, zuerst das Download-File entpackt und per Disk Imager auf die SD-Karte geschrieben:


Das Ganze dauert eine "Weile". Nachdem das Image geschrieben wurde, die SD-Karte in den Raspberry Pi eingelegt, und den Stromanschluß angesteckt, Der Raspberry Pi hat ja keinen An-/Ausschalter, d.h. man macht das alles mit dem Netzteil, aber das stört nicht. OK, ca. 40 Sekunden später sollt der Pi gebootet haben. Netzwerkkabel natürlich nicht vergessen einzustecken. Je nachdem ob man nun ein HDMI-Kabel angeschlossen hat (in meinem Fall ja), sieht man wie der Pi bootet und ob er einen "Login" anbietet. 

Nun empfiehlt es sich unter Windows einen SSH-Client zu holen z.B. Putty (mir persönlich gefällt das Teil nicht sonderlich - generell ist es natürlich OK und quasi der Standard-Client für SSH). Einfach den Google befragen oder die offizielle Webseite unter http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/ ansurfen. 

Anschließend kurz die IP-Adresse heraussuchen, unter der der Pi erreichbar ist (am Besten über Euren Router) - ich benutze DD-WRT als Wahl-Betriebssystem für meinen Router und hier meldet sich der Pi auch brav mit seinem Namen. Bei mir hat er die IP 192.168.12.149.



OK, Putty starten, IP-Adresse eingeben (Port steht per Default hier auf 22 - das belassen) und man erhält einen Login des Pi.

Default-Login: pi
Default-Kennwort: raspberry


Anmelden, und man landet direkt auf der Shell.

Kurz einen Blick auf den freien SD-Karten-Platz, zeigt mir ein ziemlich volles Filesystem:

ist kein Problem, meine SD-Karte hat ja 16 GB und der Pi hat eine schöne GUI-Funktion mit der man das Filesystem einfach vergrössern kann. Einfach auf Shell raspi-config eingeben und den ersten Punkt "Expand Filesystem wählen:

Anschließend evtl. einen Reboot und voila man hat etwas mehr Platz:

Nun sollte man nochmals auf Shell raspi-config starten und ein paar weitere Dinge einstellen, z.B. das Password ändern oder unter Internationalisation Options die Key-Map einstellen, Timezone, Keboard usw, ich verwende de_DE.UTF8:


Dann unter Punkte 8 ggf. noch den Hostname ändern sollte einem "raspberrypi" nicht zusagen.

Nun sollte man als Erstes sein System aktualisieren, unter Unix per apt-get update um zum einen die Installationsquellen zu aktualisieren:

und anschließend ein apt-get upgrade um das System auf den wirklich aktuellsten Stand zu bringen, dabei zieht sich der Pi nun die neuen Pakete aus den vorher aktualisierten Installationsquellen. Das kann kurz ein/zwei Minuten dauern:


WLAN einrichten:

Gut, anschließend einen "reboot" auf Shell ausführen, und den WLAN-Stick einstecken - in meinem Fall der Asus N10 Nano, und natürlich zuerst das LAN-Kabel noch angesteckt lassen ;) Nach dem Reboot anmelden und auf shell-Ebene per ifconfig prüfen ob der Wlan-Stick auch vorhanden ist. Bei mir war das der Fall:

Unter /etc/network/interfaces den neuen Wlan-Stick konfigurieren. Bei mir sieht die Datei folgendermaßen aus:


Ich hab mich hier für DHCP entschieden, natürlich geht auch eine feste IP und die beiden unteren Zeile wo ich "hier WLAN Name eintragen" notiert habe, tragt Ihr Euren Wlan-Namen und und in der letzten Zeile Euer WLAN-Kennwort. Bei mir kommt WPA-PSK zum Einsatz. OK, erneut reboot und erneut einen Blick in den Router werfen, Nun meldet sich mein Pi auf zwei IP-Adressen, der 149 (LAN) und der 123 (WLAN).




Nun solltet Ihr auf beiden IP-Adressen einen Connect per Putty hinbekommen:



Einfach per Putty sich auf die IP-Adresse connecten und mal das LAN-Kabel abstecken. Wenn Ihr noch in Putty tippen könnt, seid Ihr per WLAN auf dem Pi ;)


Nun ist der Pi eigentlich fertig (und auch nicht), d.h. Ihr könnt nun damit rumspielen oder Euch einfach das Unix ansehen, Euch mit Eurer eigenen Elektronik-Schaltung beschäftigen (da klinke ich mich dann aus). Denkbar ist z.B. ein Apache zu installieren oder Samba, mySQL usw uswf. 

Das Ganze möchte ich kurz noch an Samba demonstrieren.

Samba-Install:

Auf Shell die Samba-Pakete installieren per apt-get install samba samba-common-bin

Nun werden die notwendigen Pakete heruntergeladen - dauert auch einen kurzen Moment. Nun noch einen User-Account für Samba anlegen per smbpasswd -a pi (damit legt man einen neuen User pi an und vergibt für diesen User ein Password):



Danach noch die Samba-Konfigurationsdatei /etc/samba/smb.conf anpassen:


und ein paar Zeilen Konfig eintragen. Ich lege hier einen Freigabenamen RaspberryPi an, der auf das gesamt Filesystem zugreifen kann (path /). Das sollte man so eigentlich nicht machen, d.h. das gesamte Filesystem freigeben, aber zu Testzwecken geht das ansonsten eben ein /home/pi oder etwas in der Art:



Nun noch Samba neustarten /etc/init.d/samba restart und Samba läuft:



Der Windows-Explorer zeigt das Ergebnis unter Netzwerk ist der Pi erreichbar:


Per Doppelklick kommt die Authentifizierung - hier mit dem vorher angelegten pi User anmelden und das vorher festgelegte Samba-User-Kennwort:


und hier habt einen Blick auf das komplette Filesystem dem Pi




Ok, das wars. Ich werde noch meinen Lieblings-Apache installieren, aber nicht mehr heute, kommt vielleicht später von mir noch eine kurze Doku mit Hardcopys dazu.

Insgesamt macht der Raspberry Pi aber einen hervorragenden Eindruck! - gar keine Frage, das ist ein kleines Teil welches wirklich Spaß macht - ich sehe eigentlich zwei Anwendungen, zum einen für kleines Geld einen wirklich tollen Einblick in Unix zu bekommen (gut ginge auch per Virtualbox/Hyper-V unter Windows), zum anderen zum Steuern/Regeln von irgendwelchen Dingen, ggf. auch mit Zusatz-Hardware, z.B. Webcam, Steuern von Funksteckdosen, kleines NAS oder Webserver den Ihr direkt rund um die Uhr laufen lassen könnt um von remote zugreifen zu können. Der Pi frisst ca. 3,5 Watt - das ist wirklich sehr sparsam. Man könnte von dem Pi remote seinen Haupt-PC starten oder oder oder - Möglichkeiten gibt es Viele ;)



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